Presse
Erster "Internationaler Tag der Gewaltlosigkeit" in Köln
Aus Anlass des von der Vollversammlung der UNO im Juni diesen
Jahres erstmals ausgerufenen internationalen Tags der Gewaltlosigkeit am 2. Oktober, dem Geburtstag Gandhis,
versammelten sich in Köln ca. 120 Menschen auf dem Kölner Heumarkt. Insgesamt 9 Organisationen hatten dazu
aufgerufen, diesen Tag zu nutzen, um auf die vielen Formen von Gewalt in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen
und Alternativen vorzustellen.
Mit dabei war u.a. auch die "Lobby für Mädchen", die seit inzwischen 20 Jahren zum Thema Gewalt an Mädchen und
Frauen hier in Köln aktiv ist oder die Gruppe "Eltern schwarzer Kinder", die sich wiederum besonders um die
Stärkung des Selbstwertgefühls schwarzer Kinder bemüht, damit diese mit den immer noch alltäglichen
Diskriminierungen und Benachteiligungen z.B. auch im Bildungssystem besser zurechtkommen. Der Vertreter des
Vereins "Öffentlichkeit gegen Gewalt" brachte das gegenseitige Misstrauen zwischen vielen Deutschen und Muslimen,
hier in Köln sicherlich auch durch die nicht enden wollende Diskussion um den Moscheebau in Ehrenfeld geschürt,
auf den Punkt: "Ihr habt Angst vor uns und wir haben Angst vor Euch!" Absurde Welt.
Es gab aber auch kritische Töne in Richtung UNO selbst, die diesen Tag zwar ausgerufen hat, deren Mitglieder
teilweise jedoch an gewaltvollen Konflikten überall auf der Welt beteiligt sind, so Karsten Schmitz von der Gruppe
"Kein Blut für Öl". Ähnlich äußerte sich Ashin Sopaka, ein buddhistischer Mönch aus Burma, der momentan in Köln
lebt und neben seinen regelmäßigen Friedensläufen und -meditationen am Kölner Dom auch am "Tag der
Gewaltlosigkeit" auf dem Kölner Heumarkt teilnahm. Sein Volk erwarte aktive Unterstützung durch die UNO in ihrem
gewaltlosen Protest gegen das Militärregime in Burma und nicht nur schöne Worte.
Musikalisch wurden die Teilnehmer der Kundgebung unterstützt von den beiden blinden Sängerinnen Andrea Eberl
und Leslie Mader,sowie von Klaus dem Geiger.
Seine musikalische Untermalung des mit brennenden Fackeln gebildeten menschlichen Friedenszeichens mit Musik von
J. S. Bach war sicherlich einer der Höhepunkte des Abends und schuf eine sehr eindringliche Stimmung, die weit
über den noch eher kleinen Kreis der Teilnehmer hinaus ausstrahlte.
Die Initiatoren der Kundgebung, Mitglieder der Humanistischen Bewegung in Köln, möchten diese Aktion in Zukunft
regelmäßig wiederholen und hoffen auf immer mehr teilnehmende Organisationen und Einzelpersonen, um so der
gemeinsamen Überzeugung Ausdruck zu verleihen, dass nur eine gewaltfreie Veränderung von Dauer sein kann, denn
Gewalt produziert immer neue Gewalt.
So gingen die Teilnehmer der Veranstaltung dann auch mit der Aufforderung nach Hause, das nächste Mal
wiederzukommen und jeweils noch 2 weitere Freunde mitzubringen, bis das menschliche Friedenszeichen den gesamten
Heumarkt füllt.
Alle teilnehmenden Organisationen:
Deutscher Freidenkerverband e.V. Köln, Eltern Schwarzer Kinder/ESK, humanistisches n.e.t.z. e.V., Internationale
Sozialisten, Kein Blut für Öl, Kölner Buddhismus Center e.V., Lifemakers, LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. Köln, Mülheimer
Humanisten, Netzwerk Linke Opposition, Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V., Planet Link e.V.
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